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Archive for Mai 2010

„Hallo Du! Bist Du traurig?“

Ein kleiner Junge steht vor mir, schaut mich fragend an. Seufzend antworte ich: „Hm, ja … traurig auch …“ „Und warum? Und was bist Du noch?“ Ein leises Lächeln umspielt meine Lippen … Kinder mit ihrer herrlichen Offenheit, Neugier und Direktheit! „Ach weißt Du  … eigentlich ist das hier mein Haus, aber ich bin nicht hineingekommen, weil der Schlüssel weg war. Und dann kommt ein fremder Mann vorbei mit einigen Leuten, und er hat seltsamerweise den Schlüssel … und alle gehen in das Haus hinein. Mich haben sie überhaupt nicht beachtet. Ich verstehe überhaupt nicht, was hier los ist …“

Der kleine Junge legt den Kopf schief und denkt nach. Dann grinst er und sagt: „Lass mich mal machen!“. Beherzt geht er zur Tür und drückt mehrmals feste auf die Klingel. Mit einem leisen Summen öffnet sich die Tür, er tritt ein, die Tür fällt wieder in’s Schloss. Was hat er nur vor? Es dauert eine ganze Weile, ich beginne bereits, mir Sorgen zu machen … da öffnet sich die Tür wieder, und er kommt heraus. Langsam setzt er sich neben mir auf die Stufen, schaut auf den Boden und schüttelt langsam den Kopf. „Mannomann …“

Ich schaue ihn fragend an und stupse ihn in die Seite: „Na was? Erzähl schon … “ Er hebt den Blick, schaut in die Ferne und beginnt zu berichten: „Ja, das hier ist wirklich Dein Haus. Aber Du hast Dich eines Tages überhaupt nicht mehr gekümmert! Tagelang stand hier einfach so die Tür offen … ohne dass Du aufgepasst hättest. Es sind Leute vorbeigekommen, die das ausgenutzt haben und einfach Dinge mitgenommen haben … Du hast den Strom nicht mehr bezahlt und das Wasser, bis es abgestellt wurde. Die Pflanzen hast Du nicht mehr gegossen, bis vieles eingegangen war. Um Besucher hast Du Dich nicht mehr gekümmert … Du hast einfach überhaupt nichts mehr gemacht. Und dieser Mann, der jetzt den Schlüssel hat, wollte Dir helfen. Du hast aber alles abgelehnt, bis er eines Tages das Schloss ausgetauscht hat, um wieder abschließen zu können. Er hat Strom und Wasser bezahlt, hat die gestohlenen Dinge ersetzt, neue Pflanzen gekauft, und er kümmert sich auch um die Besucher. Dies alles tut er nicht für sich, sondern nur für Dich!!! Aber egal was er getan oder gesagt hat … Du hast bisher auf nichts reagiert. Er hat dazu gesagt, er hätte ganz viel Geduld … und er wäre sich ganz sicher, dass Du irgendwann wieder für das Haus da sein wirst. Bis dahin würde er Dich gerne vertreten …“

Ich sitze stirnrunzelnd neben diesem kleinen Jungen … wieso kann ich mich denn nur an gar nichts mehr erinnern? Was mag da nur passiert sein, dass ich auf einmal nicht mehr „wirklich“ da gewesen war? Und wer ist nur dieser Mann?

Wir hören ein Knarren hinter uns – die Tür hat sich geöffnet, herausgetreten ist der Mann. Lächelnd schaut er auf uns beide hinunter, geht in die Knie und sagt: „Wie schön, ich habe so sehr auf diesen Tag gewartet! Hier ist Dein Schlüssel …“

Zu dritt gehen wir ins Glückshaus hinein, staunend und zutiefst berührt sehe ich, wie sehr er sich gekümmert hat. Und dann kullern die Tränen …

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„Schau mal unter der Fußmatte – möglicherweise ist dort der Schlüssel für die Eingangstür?“

Ein gut gemeinter Hinweis, aber nein … kein Schlüssel dort. Wieder auf die Stufen setzen, wieder warten. Da nähert sich nach einiger Zeit eine Personengruppe. Eine Person geht voran, gestikulierend und erklärend. Als sie näher kommen, höre ich erste Wortfetzen … „freue ich mich Ihnen zu zeigen …“ … das Glückshaus, in dem wir …“. Stirnrunzelnd beobachte ich, wie zum Tor hereinkommen … wie sie die Stufen heraufkommen … wie mich der „Anführer“ etwas abschätzig von oben herab mustert, als hätte ich dort nichts zu suchen. Dann sehe ich, wie er in die Sakkotasche greift und – den Schlüssel herausholt!!! Wie selbstverständlich steckt er ihn ins Schloss und öffnet die Tür: „Darf ich sie hereinbitten?“

Die Tür ist längst wieder ins Schloss gefallen, als mein Gehirn wieder anfängt zu arbeiten. WAS IST DENN HIER LOS????????

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Lange Zeit hab ich nicht mehr ins sogenannte „Dashboard“ im Glückshaus geschaut … da gibt es u.a. Statistiken, die mir ab und an große Verblüffung bescheren. So ist z.B. neben Charlie Chaplin der Suchbegriff „Delphine“ derjenige, der uns die meisten Besucher beschert.

Treibt mich meine Neugier an zu fragen: was sucht jemand, der „Delphine“ eingibt – und wieso landet er dann im Glückshaus (wo es meines Wissens nach keine Erklärungen a la Wikipedia gibt 😉 )

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„Frau Sennhenn, schauen Sie doch mal vor Ihrer Haustür nach. Da liegt ein riesengroßer Berg Geschenke für Sie!!!“

Diese Aussage erhielt ich vor ca. 3-4 Jahren … nicht von einer Wahrsagerin, sondern von einer Heilpraktikerin! Mein skeptischer Blick brachte sie zum Lachen. „Ja, das hab ich mir gedacht! Sie geben und geben und registrieren gar nicht, dass man ihnen dafür auch etwas zurückgeben möchte. Und so liegen die Geschenke alle noch unausgepackt vor Ihrer Haustür. Sollen wir mal gemeinsam auspacken gehen?“

Die Erinnerung an diese Aussage kommt heute nicht durch Zufall. Erstens ist heute ein Tag, an dem ich „per se“ 🙂 mit Glückwünschen und Geschenken bedacht werde (wer dran gedacht hat und/oder noch auf der Suche nach einem passenden Geschenk für Frauen ist … 🙂  🙂 ) … zweitens kriege ich das oben angesprochene Thema grad in „anderem Gewand“ präsentiert:

Da sehe ich mich nämlich auf den Eingangsstufen zum Glückshaus sitzend. Ich mache allerdings nicht gerade einen glücklichen Eindruck … Auf dem Weg, der am Glückshaus vorbeiführt, sehe ich eine Gruppe Menschen herankommen. Sie treten durch das Tor ein, ich begrüße sie, und dann wandere ich mit ihnen um das Haus herum, berichte von der Entstehungsgeschichte, davon, was ich vorhabe … und dann verabschiede ich sie und geleite sie zum Tor hinaus. Danach setze ich mich wieder auf die Eingangsstufen … und warte.

Und ich warte mit dem wachsenden Gefühl, dass hier irgendwas ziemlich „neben der Spur“ läuft. Irgendwas fühlt sich völlig verkehrt an.

Ich hab da zwar eine Idee, aber ich möchte euch gerne fragen: was ist es aus eurer Sicht, was sich „verkehrt“ anfühlt?

Herzliche Grüße, Ulrike

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Es war mal wieder so weit: ein Thema in meinem Leben wurde so übermächtig hinderlich 😉 , dass ich mich an mein Lieblingswerkzeug „Meditation“ erinnerte … und nun möchte ich euch „von kleinen und großen Bäumen auf meiner Wiese“ berichten:

Ich sitze auf meiner Wiese … es ist sonnig, es ist angenehm warm. Aber – ich bin alleine dort, und HEUTE gefällt mir das auf einmal gar nicht. Ich möchte mich dort mit einem „Gefährten für’s Leben“ 🙂 sehen. Urplötzlich verschwindet die Sonne, es wird wesentlich kälter als vorher, der leichte Wind ist nun ziemlich unangenehm geworden, und ich friere. Was ist denn jetzt passiert????

Ich schaue mich vorsichtig um und entdecke direkt neben mir einen dicken Stamm. Als mein Blick an diesem Stamm nach oben wandert, sehe ich eine große, mächtige Baumkrone. Die Sonne ist also nicht verschwunden – ich sitze allerdings im Schatten dieses großen Baumes. Hmmm. Und ich selber? Als ich mich betrachte, sehe ich mich als kleines, zartes Pflänzchen – das noch so ein großer Baum werden möchte 😉 Aber ohne Sonne? Kaum machbar …

Was könnte ich jetzt tun? Nach einigen Minuten der Ratlosigkeit reift in mir der Entschluss, aus dem Schatten herauszuwandern … ich würde mir einen sonnigen Platz in der Nähe dieses Baumes suchen. Eigentlich wäre ich zwar lieber „näher dran“, aber ich erkenne auch, dass ich dann möglicherweise eingehen würde …

Als ich meinen Platz gefunden habe und mich mit einem zufriedenen Seufzer wieder verwurzle, schaue ich mich zu dem großen Baum um – der vor meinen erstaunten Blicken in Rekordzeit zu einem kleinen Pflänzchen schrumpft. Huch???? Nun sind wir plötzlich gleich groß bzw. klein 😉 … und ich spüre, dass mir das gar nicht gefällt.  Ein großer Baum wäre mir (meinem Ego? 😉 ) lieber gewesen.



Dennoch betrachte ich ihn intensiv, mit weit geöffnetem Herzen. Und ich entdecke viele schöne Seiten an ihm! Ich entdecke auch ganz viel Unsicherheit, ganz viele Ängste, ganz viele Verletztungen und ganz viel Sehnsucht nach Liebe bei ihm. Ganz schön menschlich – und mir soooo ähnlich!!! 🙂

Behutsam und ganz langsam lasse ich meine Wurzeln in die Richtung seiner Wurzeln wachsen … und man kann heute schon absehen, dass sich auch unsere Baumkronen irgendwann einmal berühren werden …

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Büro, Büro

Kennt von euch jemand diese witzige Serie, die Anfang der 90er im TV lief? 😉

Heute geht es aber um MEIN Büro … um mein NEUES Büro … um mein erstes richtiges HOMEOFFICE 🙂 … gestern ganz frisch bezogen, und es fühlt sich grad so richtig klasse an, hier zu sitzen! 🙂

Um euch teilhaben zu lassen an meiner Freude – hier ein bildhafter Eindruck 😉


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Ich sitze auf meiner Wiese – die Augen geschlossen, die warmen Sonnenstrahlen und den leichten Wind genießend. Ich spüre in mich: das Genießen fällt zunehmend schwerer, denn der Rücken beginnt zu schmerzen. Vorsichtig ändere ich meine Haltung, aber schon nach kurzer Zeit beginnen die Schmerzen erneut. Irgendwas ist da in Schieflage geraten, ich müsste mal …

Der Magen meldet sich: HUNGER! Was könnte ich jetzt mal essen? Es sollte etwas Gesundes sein, etwas, das mir Energie bringt, etwas das mir schmeckt … ich wollte doch mal den Ayurveda-Kurs machen. Jetzt weiß ich immer noch nicht, was das passende Essen für mich wäre und ich hab zwar jetzt Hunger, aber …

Das Unwohlsein dehnt sich aus … erst im ganzen Körper, dann in meinen Gedanken. Verflogen ist die anfängliche Genussstimmung 😦

Ich öffne die Augen und schaue zum Nachbargrundstück. Einige niedrige Büsche, die die Grundstücksgrenze markieren, sind niedergetrampelt, und aus dem angrenzenden Blumenbeet auf meiner Seite sind etliche Blumen abgepflückt worden. Weder freundliche Worte noch Briefe haben den Nachbarn vom weiteren Pflücken abhalten können. Wieviele Bücher hatte ich schon gewältzt, um eine Methode zu finden, die ihn zur Vernunft bringt? Bisher alles vergebens …

Ich lasse den Blick über meinen Garten schweifen. Mannomann … da war aber vieles liegengeblieben in den letzten Monaten! Der ehemals blühende Garten war in einem ziemlich verwahrlosten Zustand, und es würde mich einiges an Zeit und Geld kosten, ihn wieder auf Vordermann zu bringen. Woher sollte ich beides im Moment nehmen? Wo ich doch mit dem „Nachbarproblem“ so eingebunden war?

Beten! Aus den Tiefen meines Unbewussten kam das Wort „beten“. Hm. 😉

„Ich bitte Dich … löse diese knubbelige Situation mit meinem Nachbarn. Zum Wohle aller Beteiligten!“

Der zweite Satz ging schwer über die Lippen, denn … ER hatte doch Unrecht begangen, ER musste doch einsehen, dass das so nicht ging. Aber, ich hatte es mal GENAU SO gelernt und für richtig empfunden: zum Wohle aller Beteiligten.

Ich schließe die Augen wieder. Fühle, wie eine Last von meinen Schultern fällt und das gerade Sitzen wieder leichter fällt. Es wird sich gekümmert … und ich kann mich endlich wieder voll und ganz um die Pflege meines Gartens kümmern. Und um mich 😉

Dieser Artikel ist einer besonderen Freundin gewidmet … einer Freundin, bei der immer alle kommen, wenn sie ruft 🙂 Einer Freundin, die grad so ein wunderbarer Spiegel für mich ist. Ich danke Dir dafür von Herzen!

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