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Archive for August 2009

Heimkehr

„Könnten Sie bitte etwas schneller fahren?“ Ungeduldig tippte sie dem Taxifahrer auf die Schulter. Sie konnte es eh kaum erwarten, an ihrem Zielort anzukommen, und nachdem nun ihr Flugzeug verspätet gelandet war, war ihre Ungeduld fast in’s Unermessliche gestiegen. „Nun,“ brummte der Fahrer. „Hier ist nur 80 erlaubt, schneller darf ich nicht!“ Seufzend lehnte sie sich im Sitz zurück und schloss die Augen …

Würde sie es wiedererkennen? Was hätte sich wohl alles verändert während ihrer Abwesenheit, die ein paar Jahre länger gedauert hatte als ursprünglich geplant. Vor ihrem geistigen Auge zeigten sich Bilder aus längst vergangenen Zeiten. Glückliche Zeiten … Warum nur hatte sie gedacht, dass sie an einem anderen Ort, weit weit weg, glücklicher hätte werden können? Und wieviele Jahre hatte sie gebraucht, um sich einzugestehen, dass sie nicht glücklich war … dass sie vor Sehnsucht nach ihrer Heimat fast verging. ZU viele Jahre …

Plötzlich erkannte sie die kleine Backsteinmauer, die ein großes Grundstück begrenzte. „STOP!“ rief sie etwas lauter und heftiger als beabsichtigt, so dass der Fahrer zusammenzuckte und stark bremste. „Was ist los?“ fragte er irritiert. „Ich habe es mir anders überlegt, ich möchte hier schon aussteigen und den restlichen Weg zu Fuß gehen.“ Eilig gab sie ihm einen Geldschein und nahm ihre kleine Reisetasche in die Hand, die während der Fahrt neben ihr auf dem Rücksitz gestanden hatte. Sie war mit kleinem Gepäck heimgekehrt …

Mit langsamen Schritten näherte sie sich der Mauer, legte ganz sanft ihre Hand auf die rauhen Steine. „Ich bin wieder da!“ flüsterte sie, und eine erste Träne kullerte langsam über ihre Wange. „Ich bin wieder da ….“ Nun flossen die Tränen in Strömen über Wangen … endlich war ihre Sehnsucht gestillt! Mit langsamen Schritten tastete sie sich an der Mauer entlang. Hier war doch irgendwo eine kleine Gartenpforte, mit der sie ihren Weg zum Haus abkürzen könnte. Als sie sie erblickte, klopfte ihr Herz heftig. Nun würde es nur noch wenige Minuten dauern …

Die Pforte gab ein laut quietschendes Geräusch von sich, als sie sie öffnete. Sie ging hindurch und folgte dem Pfad, der durch den kleinen Wald zum Haus führte. Gleich … noch 100 Meter … wenn sie um diese Ecke gebogen wäre …

Mit einem tiefen Atemzug blieb sie stehen. So tief, als wolle sie das Bild, das sich ihr nun bot, für alle Zeiten in sich einatmen. Die Sonne stand schon tief und warf lange Schatten, doch das Haus erstrahlte in einem satten Abendrot. Mit einem Blick erkannte sie: nichts hatte sich verändert, die Zeit schien an diesem Ort stillgestanden zu haben …

[Fortsetzung folgt] 🙂

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Roswitha rief …

… und die Zauberliebe schreibt wieder 🙂

Manchmal braucht man ein bißchen Abstand und Distanz, um zu erkennen, wie sehr einem etwas / jemand 🙂 an’s Herz gewachsen ist … und wie sehr man es vermissen kann. So geht es mir jetzt mit dem Glückshaus … ich werde es in den kommenden Tagen ein bißchen renovieren, dann gründlich putzen … und dann feiern wir eine virtuelle Wiedereröffnungsparty 🙂

Ich freu mich schon sehr darauf, wieder am Empfangstresen zu stehen und die Besucher zu begrüßen!!!

Eröffnung

© Ernst Rose/ PIXELIO

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