Am Anfang aller Zeit
29. März 2008 von zauberliebe
Die junge Frau ging wie jeden Abend diesen kleinen Weg zum Bach … über die kleine Brücke … und ihr Herz klopfte vor Vorfreude. Gleich würde sie ihn endlich wiedersehen, in seinen strahlenden Augen versinken, sich von seinen Armen umfangen fühlen, seine Wärme spüren.
Am Bach angekommen, setzte sie sich auf einen Stein und schaute erwartungsvoll in die Richtung, aus der er kommen würde. Da sah sie ihn auch schon, und sie wollte aufspringen und ihm entgegenlaufen. Doch etwas hielt sie zurück … denn er kam ihr nicht wie sonst freudig entgegen, sondern mit gesenktem Kopf …
Bei ihr angekommen, nahm er sie fest in seine Arme, drückte sie innig … und nach einem tiefen Seufzer sagte er: „Ich kann so nicht mehr leben. Ich halte diese Heimlichkeiten, diese Sehnsucht nach Dir nicht mehr aus. Wir werden hier unsere Liebe nie leben dürfen, zu sehr verfeindet sind unsere Stämme. Lass uns weggehen … jetzt sofort! Ich habe uns zwei Pferde mitgebracht und Proviant …“
Flehentlich sah er sie an … mit unendlicher Liebe in seinem Blick. In seinen Blick schlich sich Schmerz an, denn er spürte ihre Zweifel, ihre Bedenken, ihre Angst. „Wenn ich mit Dir hier weggehe, dann werde ich meine Eltern, meine Familie, meine Freunde … alle hier … nie mehr wiedersehen!“
Er ging ein paar Schritte zurück, betrachtete sie mit etwas Abstand. Er konnte kaum sprechen, so groß war seine Liebe zu ihr und seine Angst, sie zu verlieren. Er flüsterte: „Ich halte das nicht mehr aus. Ich gehe jetzt fort von hier, beginne irgendwo ein neues Leben. Komm mit mir, bitte!“
Ihr Herz schlug bis zum Hals … sie hatte keine Bedenkzeit, sie musste sich jetzt entscheiden. Ohne die Möglichkeit gehabt zu haben, sich von den Menschen, die sie in ihr Herz geschlossen hatte, zu verabschieden. Das Bild ihrer Eltern tauchte vor ihr auf, das ihrer Geschwister … sie nie mehr wiederzusehen … nein, das konnte sie nicht.
Sie schaute ihn an … und er las die Antwort in ihrem Blick. Er senkte den Kopf … und drehte sich um, ging mit hängenden Schultern und ohne sich noch einmal zu ihr umzudrehen, fort von ihr. Sie sah noch, wie er die beiden Pferde losband, die er mitgebracht hatte … und wie seine Gestalt am Horizont kleiner und kleiner wurde …
Da erst wurde ihr bewusst: sie würde ihn nie mehr wiedersehen … und der Schmerz zerriss ihr fast das Herz. Weinend brach sie an der Stelle zusammen, wo sie sich so oft geliebt hatten …
Und nun geht es weiter nach Wahl
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