Es war mal wieder so weit: ein Thema in meinem Leben wurde so übermächtig hinderlich
, dass ich mich an mein Lieblingswerkzeug “Meditation” erinnerte … und nun möchte ich euch “von kleinen und großen Bäumen auf meiner Wiese” berichten:
Ich sitze auf meiner Wiese … es ist sonnig, es ist angenehm warm. Aber – ich bin alleine dort, und HEUTE gefällt mir das auf einmal gar nicht. Ich möchte mich dort mit einem “Gefährten für’s Leben”
sehen. Urplötzlich verschwindet die Sonne, es wird wesentlich kälter als vorher, der leichte Wind ist nun ziemlich unangenehm geworden, und ich friere. Was ist denn jetzt passiert????
Ich schaue mich vorsichtig um und entdecke direkt neben mir einen dicken Stamm. Als mein Blick an diesem Stamm nach oben wandert, sehe ich eine große, mächtige Baumkrone. Die Sonne ist also nicht verschwunden – ich sitze allerdings im Schatten dieses großen Baumes. Hmmm. Und ich selber? Als ich mich betrachte, sehe ich mich als kleines, zartes Pflänzchen – das noch so ein großer Baum werden möchte
Aber ohne Sonne? Kaum machbar …
Was könnte ich jetzt tun? Nach einigen Minuten der Ratlosigkeit reift in mir der Entschluss, aus dem Schatten herauszuwandern … ich würde mir einen sonnigen Platz in der Nähe dieses Baumes suchen. Eigentlich wäre ich zwar lieber “näher dran”, aber ich erkenne auch, dass ich dann möglicherweise eingehen würde …
Als ich meinen Platz gefunden habe und mich mit einem zufriedenen Seufzer wieder verwurzle, schaue ich mich zu dem großen Baum um – der vor meinen erstaunten Blicken in Rekordzeit zu einem kleinen Pflänzchen schrumpft. Huch???? Nun sind wir plötzlich gleich groß bzw. klein
… und ich spüre, dass mir das gar nicht gefällt. Ein großer Baum wäre mir (meinem Ego?
) lieber gewesen.
Dennoch betrachte ich ihn intensiv, mit weit geöffnetem Herzen. Und ich entdecke viele schöne Seiten an ihm! Ich entdecke auch ganz viel Unsicherheit, ganz viele Ängste, ganz viele Verletztungen und ganz viel Sehnsucht nach Liebe bei ihm. Ganz schön menschlich – und mir soooo ähnlich!!!
Behutsam und ganz langsam lasse ich meine Wurzeln in die Richtung seiner Wurzeln wachsen … und man kann heute schon absehen, dass sich auch unsere Baumkronen irgendwann einmal berühren werden …


